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Interview mit Jimin Lee

  1. Willkommen zurück in der SevenStar Gallery! Wie fühlt es sich an, nach Ihrer ersten Ausstellung hier im Jahr 2018 nun für eine zweite Ausstellung zurückzukehren?
    Meine letzte Ausstellung hier im Jahr 2018 fand kurz vor meiner Einzelausstellung in der koreanischen DMZ statt, weshalb mir diese Zeit besonders lebhaft in Erinnerung geblieben ist. Jetzt zurückzukehren – nach Jahren des Lehrens, Reisens, Arbeitens und persönlicher Veränderungen – fühlt sich sowohl wie eine Fortsetzung dieses früheren Moments als auch wie ein Wendepunkt in meiner künstlerischen Praxis an.
    Da ich in Korea aufgewachsen bin, habe ich früh gelernt, mit einem Gefühl von Teilung und ungelöster Geschichte zu leben. In Deutschland nehme ich eine ähnliche Überlagerung von Erinnerungen wahr – eine Vergangenheit, die im Alltag weiterhin sichtbar und gegenwärtig ist. Besonders in Berlin Mitte mit seinen ständigen Veränderungen habe ich diese Resonanz immer gespürt. Auch die Galerie trägt eine Komplexität in sich – sie ist kein typischer White Cube, sondern ein von Geschichte und Präsenz geprägter Ort. Wieder hier zu sein, fühlt sich an, als würde ich auf etwas antworten, das mich schon seit Langem zurückgerufen hat.
  2. Was ist das Persönliches oder Unerwartetes in Ihrer Arbeitsweise, das die Ergebnisse so einzigartig macht?
    Ich arbeite langsam und in vielen Schichten und kehre oft über längere Zeiträume hinweg immer wieder zum selben Bild zurück. Mein Prozess ist stark selbstreflexiv und beginnt meist mit etwas Kleinem oder Alltäglichem – einem flüchtigen Foto, einer Erinnerung oder einem Detail, das mir beim Gehen durch eine Stadt auffällt. Von dort aus arbeite ich intensiv im Wechsel zwischen digitalen Werkzeugen und traditionellen Drucktechniken und entwickle das Bild durch Wiederholung und Probedrucke weiter.
    Ich lasse Fehler zu, ebenso wie unerwartete Texturen, die beim Schneiden entstehen, und die natürliche Maserung des Holzes – Dinge, die oft über meine ursprüngliche Absicht hinausgehen und die Arbeit in eine neue Richtung führen. In vielerlei Hinsicht wird der Prozess zu einer Form des langsamen, aufmerksamen Sehens. Gleichzeitig empfinde ich ihn als kollaborativ, geprägt von einem fortlaufenden Dialog zwischen Holz, Papier, digitalen Werkzeugen und Laserschnitt. Ich sehe mich dabei nicht nur als Künstlerin, die etwas herstellt, sondern auch als eine Art Dirigentin, die diese verschiedenen Elemente zusammenführt, bis sie ein Gleichgewicht finden.
  3. Können Sie etwas über den Titel der Ausstellung erzählen und darüber, wie er mit den gezeigten Arbeiten zusammenhängt?
    Diese Arbeiten entstanden in Zeiten des Übergangs, als sich Vieles veränderte – sowohl in meinem persönlichen Leben als auch in der Welt um mich herum. Obwohl die Werke aus unterschiedlichen Serien stammen, gehen sie alle aus Momenten hervor, in denen etwas Vertrautes beginnt, sich zu verändern.
    Nach dem Tod meiner Mutter, während der Pandemie und während ich beobachtete, wie sich Städte veränderten, hatte ich das Gefühl, eine Reihe von Schwellen zu überschreiten. Diese Erfahrung findet durch einen mehrstufigen Transformationsprozess Eingang in meine Arbeit: Ich greife Bilder immer wieder auf und baue sie neu auf, bis sie einen entscheidenden Wendepunkt erreichen.
    Der Titel verweist auf diesen Moment an der Schwelle zur Veränderung – dort, wo sich Erinnerung, Ort und Erfahrung neu ausrichten. Die Ausstellung beschreibt dabei nicht einen einzigen Moment, sondern zeichnet viele Wendepunkte nach, die sich im Laufe der Zeit entfalten.
  4. In dieser Ausstellung zeigen Sie mehrere unterschiedliche Werkserien. Wie passen diese zusammen und welche Gemeinsamkeiten gibt es?
    Gerne. Die Ausstellung bringt mehrere Serien zusammen, die ich in den vergangenen Jahren entwickelt habe. Sie können auf den ersten Blick sehr unterschiedlich wirken, sind jedoch alle durch die Themen Veränderung und Übergang miteinander verbunden.
    Die erste Serie, Dear Mother, ist sehr persönlich. Sie entstand nach dem Tod meiner Mutter im Jahr 2020. Ausgangspunkt waren digitale Zeichnungen, die von MRT-Aufnahmen ihres Gehirns inspiriert waren. Teile dieser Zeichnungen überführte ich anschließend in Holzschnitte, die ich mit handgeschnittenem rotem Hanji-Papier überlagerte. Die Arbeit wurde für mich zu einer Möglichkeit, über Trauer, Erinnerung und meine koreanischen kulturellen Wurzeln nachzudenken.
    Die zweite Serie, Invisible Lines: The Uncut City, verbindet lasergeschnittene Holzblockdrucke, die auf meinen digitalen Zeichnungen von Straßenkarten basieren, mit Fotografien von Roadtrips und Städten. Im Mittelpunkt stehen dabei die oft unsichtbaren Systeme und Strukturen, die beeinflussen, wie wir uns durch einen Ort bewegen.
    Eine weitere Serie, The March of Time, entstand ausgehend von einem Park in einem Wohnviertel in Oakland, Kalifornien, den ich seit vielen Jahren besuche. Während der Pandemie begann sich dieser vertraute Ort für mich anders anzufühlen. So lernte ich aus meinen täglichen Spaziergängen einen anderer Blick auf kleine, allmähliche Veränderungen in der umgebenden Landschaf tzu werfen. Ich begann, alltägliche Szenen zu dokumentieren und sie in mosaikartige Strukturen zu übersetzen. Die Ausstellung umfasst außerdem zwei gerahmte Arbeiten aus meiner früheren Serie Bon Voyage, die an meine fortlaufende Auseinandersetzung mit Bewegung und Übergang anknüpfen. Die Arbeiten untersuchen, wie Menschen und Natur miteinander interagieren und sich im Laufe der Zeit gegenseitig beeinflussen.
  5. Wie haben Sie bisher den Austausch mit dem Publikum der Seven Star Gallery erlebt?
    Es war wirklich sehr schön. Bei der Eröffnung erzählten mir einige Besucherinnen und Besucher, dass sie sich noch an meine frühere Ausstellung hier erinnerten, was für mich eine sehr berührende Überraschung war. Wir sprachen über die neuen Arbeiten und darüber, wie sie mit dem verbunden sind, was sie vor Jahren gesehen hatten.
    Dieses Gefühl von Kontinuität – dass Menschen die Erinnerung an die Arbeiten mit sich tragen und Jahre später zu ihnen zurückkehren – war für mich etwas ganz Besonderes. Dadurch wurden auch die Gespräche über die Ausstellung tiefer und persönlicher.
  6. Ihre künstlerische Praxis verbindet traditionelle Druckgrafik mit digitalen Verfahren. Wie kommt diese Verbindung zustande?
    Die Druckgrafik hat neue Technologien schon immer aufgenommen. Was mich an ihr besonders fasziniert, ist die enorme Bandbreite des Feldes – jede Technik besitzt ihren eigenen Charakter, und das Medium entwickelt sich kontinuierlich mit gesellschaftlichen und technologischen Veränderungen weiter. Selbst in unserer schnelllebigen digitalen Welt empfinde ich die Druckgrafik nach wie vor als sehr lebendig.
    Als ich begann, mit Laserschnitt im Holzblockdruck zu experimentieren, eröffnete sich für meine Arbeit ein neuer Raum. Seitdem entwickle ich diesen Ansatz kontinuierlich weiter – als eine Möglichkeit, eine jahrhundertealte Kunstform mit zeitgenössischen Werkzeugen neu zu denken.
    Digitale Werkzeuge unterstützen meinen Prozess der Bildentwicklung durch verschiedene Softwareprogramme, während mir die traditionelle Druckgrafik ermöglicht, taktile und einzigartige, vielschichtige Bildoberflächen zu schaffen – Schritt für Schritt, Schicht für Schicht.
  7. Erinnerung, Ort und persönliche Erzählung spielen in dieser Ausstellung eine wichtige Rolle. Welche Bedeutung haben diese Themen in Ihrer gegenwärtigen Arbeit?
    In den vergangenen Jahren haben wir alle tiefgreifende globale Ereignisse erlebt. Diese Erfahrungen haben mir noch stärker bewusst gemacht, wie sehr Erinnerung unsere Wahrnehmung und unser Verständnis der Welt prägt. Das Leben zwischen verschiedenen Kulturen und Orten hat dieses Bewusstsein weiter vertieft – ich denke ständig darüber nach, was wir bewahren, was sich verändert und was im Laufe der Zeit leise verschwindet.
    Damit ist auch der Ort eng verbunden. Ein Park, eine Straßenkarte, der Blick auf eine Stadt – all diese Räume tragen vielschichtige persönliche und kollektive Geschichten in sich. In meiner Arbeit konzentriere ich mich häufig auf solche Zwischenmomente, in denen sich Alltagserfahrung und Erinnerung überlagern. Es ist eine Möglichkeit, an Dingen festzuhalten, die sich ständig verändern, und zugleich darüber nachzudenken, wie intime, persönliche Erfahrungen mit sehr viel größeren Geschichten verbunden sind.
  8. Gab es während der Entstehung dieser Ausstellung einen Moment, der Ihre Arbeit grundlegend verändert hat?
    Ja. Dear Mother, The March of Time und Dear Lillian entstanden unmittelbar aus der Erfahrung, geliebte Menschen zu verlieren. Diese Verluste haben meine künstlerische Praxis grundlegend verändert. Aus der Trauer heraus begann ich, Arbeiten zu entwickeln, die sich mit Verletzlichkeit, Verfall und Verlust auseinandersetzen – nicht nur aus meiner eigenen Erfahrung heraus, sondern auch aus einem Bewusstsein für jene Brüche, denen viele von uns irgendwann im Leben begegnen.
    Während der Arbeit geriet ich in einen intensiven kreativen Prozess. Es gab ein starkes Bedürfnis, zu verstehen, was ich durchlebte, und etwas Schmerzhaftes in eine visuelle Sprache zu übersetzen. Das künstlerische Arbeiten wurde für mich zu einer Möglichkeit, mich durch die Trauer hindurchzubewegen – nachzudenken, das Erlebte zu verarbeiten und allmählich zu einem neuen Verständnis zu gelangen.
  9. Wie sind Sie an die Installation dieser Ausstellung herangegangen?
    Einige Arbeiten verlangen nach einer Betrachtung aus der Nähe, während andere mehr Raum und Distanz benötigen. Da die Galerie in verschiedene Räume unterteilt ist, die jeweils ihren eigenen architektonischen Charakter besitzen, habe ich die Installation fast wie einen Weg oder Parcours konzipiert.
    Während man sich durch die Räume bewegt, verändern sich die Blickachsen – ähnlich wie beim Gehen durch eine Landschaft im Freien. Diese Struktur ermöglichte es mir, jede Serie bewusst zu platzieren und zugleich die Erfahrung des Navigierens durch eine Stadt aufzugreifen: Man begegnet unterschiedlichen Texturen, Geschichten und emotionalen Stimmungen, während man sich von einem Raum zum nächsten bewegt.
  10. Sie bewegen sich sowohl als Künstlerin als auch als Lehrende zwischen unterschiedlichen Orten und kulturellen Kontexten. Wie prägen diese Wechsel Ihre künstlerische Praxis, und welchen Einfluss hat Ihre Lehrtätigkeit auf Ihre Arbeit im Atelier?
    Die Bewegung zwischen Korea, Japan und den USA eröffnet mir unterschiedliche Perspektiven auf die Welt. Ich nehme kulturelle Veränderungen, architektonische Unterschiede und den jeweiligen Rhythmus des urbanen Lebens sehr bewusst wahr, und diese Erfahrungen finden ganz selbstverständlich Eingang in meine Arbeit. Meine Kunst ist nicht an einen einzigen Ort gebunden – sie entsteht aus Bewegung, Übergang und der Erfahrung, die Welt aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten.
    Ich hatte außerdem das große Glück, an Hochschulen in Seoul, Tokio und San Francisco zu studieren und dabei von außerordentlich großzügigen und inspirierenden Lehrerinnen und Lehrern lernen zu dürfen. Diese Erfahrung hat mich nachhaltig geprägt. Heute empfinde ich meine eigene Lehrtätigkeit als Fortsetzung dieser Großzügigkeit – als Möglichkeit, das weiterzugeben, was ich durch meine eigene künstlerische Forschung gelernt und entdeckt habe, und Studierende dabei zu unterstützen, ihre eigenen künstlerischen Stimmen zu entwickeln.
  11. Welche neuen Richtungen möchten Sie als Nächstes erkunden?
    Während sich mein Leben weiter verändert, verändert sich auch meine künstlerische Arbeit. Ich möchte mich weiterhin mit Erinnerung, Ort und Transformation auseinandersetzen und damit, wie persönliche Erfahrungen mit größeren kulturellen Zusammenhängen verbunden sind.
    Gleichzeitig haben sich Druckmedien schon immer im Zusammenspiel mit neuen Technologien weiterentwickelt, und genau diese Entwicklung finde ich spannend. Mit neuen Werkzeugen und Verfahren eröffnen sich immer wieder neue Möglichkeiten. Sie geben mir neue Wege zum Experimentieren und ermöglichen es mir, sowohl die Grenzen des Mediums als auch die meiner eigenen künstlerischen Praxis immer weiter auszuloten.
    Dezember 2025

Interview with Jimin Lee SevenStar Gallery, Berlin

  1. Welcome back to SevenStar Gallery! How does it feel to return for a second exhibition after your first show here in 2018?
    My last exhibition here in 2018 took place shortly before my solo exhibition in the Korean DMZ, making that period especially vivid in my memory. Returning now—after years of teaching, traveling, working, and personal change—feels both like a continuation of that earlier moment and a turning point in my practice.

Growing up in Korea, I learned early on to live with a sense of division and unresolved history. In Germany, I recognize a similar layering of memory—a past that remains visible and present in everyday life. I have always felt this resonance particularly strongly in Berlin Mitte, with its constant transformations. The gallery itself also carries a certain complexity—it is not a typical white cube, but a place shaped by history and presence. Being here again feels like responding to something that has been calling me back for a long time.
2. What is personal or unexpected about the way you work that makes the results so unique?
I work slowly and, in many layers, often return to the same image over long periods. My process is highly self-reflective and usually begins with something small or ordinary—a fleeting photograph, a memory, or a detail I notice while walking through a city. From there, I work intensively back and forth between digital tools and traditional printmaking techniques, developing the image through repetition and proofing.

I allow for mistakes, unexpected textures that emerge through cutting, and the wood's natural grain—things that often move beyond my original intention and lead the work in a new direction. In many ways, the process becomes a form of slow, attentive seeing. At the same time, I think of it as collaborative, shaped by an ongoing dialogue between wood, paper, digital tools, and laser cutting. I see myself not only as an artist making something, but also as a kind of conductor, bringing these different elements together until they find a balance.
3. Can you tell us about the title of the exhibition and how it relates to the works on view?
I created these works during periods of transition, when many things were changing—both in my personal life and in the world around me. Although the works come from different series, they all emerged from moments when something familiar began to shift.

After my mother’s death, during the pandemic, and while watching cities transform, I felt as though I was crossing a series of thresholds. This experience enters my work through a multi-stage process of transformation: I revisit and rebuild images again and again until they reach a decisive turning point.
The title refers to this moment at the threshold of change—where memory, place, and experience begin to realign. The exhibition does not describe a single moment; instead, it traces many turning points unfolding over time.
4. You are showing several different bodies of work in this exhibition. How do they fit together, and what do they have in common?
The exhibition brings together several series that I have developed over the past few years. At first glance, they may appear quite different, but they are all connected through themes of change and transition.

The first series, Dear Mother, is very personal. It began after my mother passed away. I started with digital drawings inspired by MRI images of her brain. I then translated parts of those drawings into woodcuts, layering them with hand-cut red Hanji paper. The work became a way for me to reflect on grief, memory, and my Korean cultural roots.
The second series, Invisible Lines: The Uncut City, combines laser-cut woodblock prints based on my digital drawings of street maps with photographs from road trips and cities. The series focuses on the often invisible systems and structures that shape how we move through a place.
Another series, The March of Time, began with a park in a residential neighborhood in Oakland, California, that I have visited for many years. During the pandemic, this familiar place began to feel different to me. Through my daily walks, I developed a different way of seeing the small, gradual changes in the surrounding landscape. I began documenting ordinary scenes and translating them into mosaic-like structures that reflect the interdependence between human life and nature.
The exhibition also includes two framed works from my earlier Bon Voyage series, which connect to my ongoing exploration of movement and transition. These works examine how people and nature interact and influence one another over time.
5. How have you experienced the exchange with the SevenStar Gallery audience so far?
It has been really wonderful. At the opening, several visitors told me that they still remembered my earlier exhibition here, which was a very touching surprise. We talked about the new works and how they connect to what they had seen years ago. That sense of continuity—that people carry a memory of the work with them and return to it years later—was very special to me. It also made the conversations around the exhibition deeper and more personal.
6. Your artistic practice combines traditional printmaking with digital processes. How did this relationship develop?
Printmaking has always absorbed new technologies. What fascinates me most about the medium is its extraordinary range—each technique has its own character, and the field continues to evolve alongside social and technological changes. Even in our fast-paced digital world, I still find printmaking very much alive.
When I began experimenting with laser cutting in woodblock printing, it opened up a new space in my work. Since then, I have continued developing this approach to rethink a centuries-old art form through contemporary tools.

Digital tools support my image-development process through various software programs, while traditional printmaking lets me create tactile, unique, layered surfaces—step by step, layer by layer.
7. Memory, place, and personal narrative play an important role in this exhibition. What significance do these themes have in your current work?
Over the past several years, we have all experienced profound global events. These experiences have made me even more aware of how deeply memory shapes our perception and understanding of the world. Living between different cultures and places has deepened this awareness—I am constantly thinking about what we preserve, what changes, and what quietly disappears over time.

Place is closely connected to this. A park, a street map, a view of a city—these spaces carry layers of personal and collective histories. In my work, I often focus on these in-between moments, where everyday experience and memory overlap. It is a way of holding onto things that are constantly changing while also considering how intimate, personal experiences connect to much larger histories.
8. Was there a moment during the development of this exhibition that fundamentally changed your work?
Yes. Dear Mother, The March of Time, and Dear Lillian emerged directly from losing people I loved. These losses fundamentally changed my artistic practice. Through grief, I began developing works that engage with vulnerability, decay, and loss—not only through my own experience, but also through an awareness of the ruptures that many of us encounter at some point in our lives.

As I worked, I entered an intense creative process. There was a strong need to understand what I was going through and to translate something painful into a visual language. Making art became a way for me to move through grief—to reflect, process what I had experienced, and gradually arrive at a new understanding.
9. How did you approach the installation of this exhibition?
Some works ask to be viewed closely, while others need more space and distance. Because the gallery is divided into several rooms, each with its own architectural character, I conceived of the installation almost as a path or journey.

As you move through the rooms, the sightlines shift—much like walking through an outdoor landscape. This structure allowed me to place each series intentionally while also evoking the experience of navigating a city: encountering different textures, histories, and emotional atmospheres as you move from one space to another.
10. As both an artist and educator, you move between different places and cultural contexts. How do these shifts shape your artistic practice, and how does teaching influence your studio work?
Moving between Korea, Japan, and the United States gives me different perspectives on the world. I become very aware of cultural changes, architectural differences, and the particular rhythms of urban life, and these experiences naturally enter my work. My art is not tied to a single place—it emerges through movement, transition, and seeing the world from different perspectives.

I have also been very fortunate to study at universities in Seoul, Tokyo, and San Francisco and to learn from extraordinarily generous and inspiring teachers. That experience has stayed with me deeply. I see my teaching as a continuation of that generosity—a way to pass on what I have learned and discovered through my own artistic research, while supporting students as they develop their own artistic voices.

  1. What new directions would you like to explore next?

As my life continues to change, my work changes with it. I’m interested in continuing to explore memory, place, and transformation, and how personal experiences connect to broader cultural contexts. At the same time, print media has always evolved alongside new technologies, and I find that evolution exciting. As new tools and processes emerge, the possibilities remain wide open, giving me new ways to experiment and continue pushing the boundaries of both the medium and my practice.

December 2025

Next Show > 11.02 - 25.02.2026

BACKSTAGE

Eine Foto-Ausstellung von Christoph Steinweg

Vernissage: 11. Februar 2026, ab 17 Uhr, mit Live-Performances

Mit der Ausstellung BACKSTAGE präsentiert Christoph Steinweg intime, voyeuristische Einblicke hinter die Kulissen - nicht nur des legendären KitKat Clubs, in dem er als Veranstalter wöchentlich die sexpositive Partyreihe SYMBIOTIKKA kuratiert, sondern auch in die verborgenen Bereiche des Lebens selbst.

Inspiriert von Künstlern wie Nan Goldin, Larry Clark und Wolfgang Tillmans, verleiht Steinweg flüchtigen Momenten des Lebens eine dauerhafte Präsenz. Er betrachtet sich nicht als klassischen Fotografen, sondern als Künstler, der mit seiner Kamera die unverfälschte Ehrlichkeit und Authentizität des Augenblicks einfängt.

„Ich habe mich nie um gute Fotografie gekümmert, sondern um den sublimen Augenblick“, sagt Steinweg. Seine Bilder wirken wie Filmstills, die den Betrachter dazu einladen, das Davor und Danach zu erahnen und die Geschichten hinter den Gesichtern, Personen, Situationen und Orten zu ergründen.

Die Ausstellung BACKSTAGE zeigt diese intimen, oft verborgenen Momente und eröffnet dem Betrachter eine Welt, die sonst für viele verschlossen bleibt. Steinwegs Bilder sind visuelle Erzählungen – eine Kunst, die man nicht nur sieht, sondern auch fühlt.

Privat Gallery Dinner Events mit limitierten Plätzen

  1. Februar 2026
    https://www.eventbrite.de/e/backstage-private-dinner-experience-tickets-1980983419735?aff=oddtdtcreator

  2. Februar 2026
    https://www.eventbrite.de/e/backstage-private-dinner-experience-tickets-1981311372651?aff=oddtdtcreator

Finissage: 25. Februar 2026, ab 18 Uhr, mit Live-Performances

Zur Ausstellung erscheint der Katalog BACKSTAGE #berlin #kitkatclub #symbiotikka #kinky

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BACKSTAGE

A photo exhibition by Christoph Steinweg

February 11, 2026, from 5 pm, with live performances

With his exhibition BACKSTAGE, Christoph Steinweg offers intimate, voyeuristic glimpses behind the scenes - not only of Berlin’s legendary KitKat Club, where he hosts the weekly sex-positive party series SYMBIOTIKKA, but also into the hidden realms of life itself.

Inspired by artists such as Nan Goldin, Larry Clark, and Wolfgang Tillmans, Steinweg seeks to give fleeting moments a lasting presence. He sees himself not as a traditional photographer, but as an artist who captures the unfiltered honesty and authenticity of the moment with his camera.

“I never cared about good photography, but about the sublime moment,” says Steinweg. His images resemble film stills, inviting viewers to imagine what comes before and after, to explore the stories behind faces, people, situations, and places.

The exhibition BACKSTAGEshowcases these intimate, often concealed moments, opening up a world usually closed to many. Steinweg’s photographs are visual narratives—art that is not only seen, but felt.

Private Gallery Dinner Events:
February 14, 2026 (limited seats, registration via the gallery)
February 20, 2026 (limited seats, registration via the gallery)

Closing event: February 25, 2026, from 5 pm, with live performances

The exhibition will be accompanied by the catalogue BACKSTAGE #berlin #kitkatclub #symbiotikka #kinky

18. December

JIMIN LEE

Der Wendepunkt / The Tipping Point
Between Change and Memory

Meet-the-Artist Event - Thursday, 18 December 2025, 7-10 pm

Don’t miss this rare opportunity to meet Jimin Lee in person, hear about her artistic process, and join her for an exclusive guided tour of the
exhibition. Enjoy a live performance by Thorsten Heinze (Compagnie de Marcel Marceau) with musical accompaniment, making this evening
truly unforgettable.

Lee’s hand-pulled prints explore change, memory, and transformation - blending personal experience with social and spatial shifts. Her work intertwines human, natural, and mechanical forms, capturing the evolving dialogue between the personal and collective.

Korean-born and California-based, Jimin Lee merges traditional woodblock printing with laser cutting and digital techniques. Her work has
been featured in over 350 exhibitions worldwide, and she is a Professor of Art at the University of California, Santa Cruz, and Director of the
Contemporary Print Media Research Center.

9.12. - 22.12.2025

JIMIN LEE

Die Seven StarGallery präsentiert Der Wendepunkt / The Tipping Point, die zweite Einzelausstellung von Jimin Lee.

In dieser Ausstellung zeigt Lee, wie sich ihr Verständnis von Veränderung entwickelt hat - geprägt durch persönliche Erlebnisse und gesellschaftliche Umbrüche. Die handgedruckten Werke, die zwischen 2020 und heute entstanden sind, erzählen von einer sehr persönlichen Reise, beeinflusst von Verlust, Stärke und einer Stadt, die sich ständig verändert. Ihre Bilder machen deutlich, wie tiefgreifend dieser Wandel ist - im eigenen Leben, im Raum um uns herum und durch neue Technologien - und wie Erinnerung, Umgebung und Wahrnehmung dabei immer wieder ineinandergreifen.
Lees Bildwelten verweben menschliche, natürliche und mechanische Formen und legen die verborgenen Systeme offen, die sie miteinander verbinden. Geleitet von gelebter Erfahrung und verwirklicht durch ihre charakteristischen Drucktechniken, begreift sie Transformation als einen sich entwickelnden Dialog zwischen dem Persönlichen und dem Kollektiven – wobei jeder Druck sowohl ein Zeugnis des Wandels als auch eine Meditation über Erneuerung ist.

Jimin Lee ist eine in Korea geborene Künstlerin mit Wohnsitz in Kalifornien, deren Werk die Sprache der Druckgrafik durch eine innovative Synthese aus traditioneller Holzschnitttechnik, Laserschneiden und digitalem Druck erweitert. Ihre Praxis erforscht, wie historische und technologische Prozesse einander beeinflussen, und verbindet östliche und westliche Ästhetiken, während sie die haptische Sensibilität bewahrt, die für die Druckkunst zentral ist.
Ihre Arbeiten wurden in mehr als 350 Ausstellungen weltweit gezeigt, darunter Einzelausstellungen in Chicago, New York, San Francisco, Seoul, Tokio, Los Angeles, Toronto, Berlin und Reykjavik sowie weiteren internationalen Schauplätzen. Lee lebt und arbeitet in der San Francisco Bay Area, wo sie Professorin für Kunst an der University of California, Santa Cruz ist und das Contemporary Print Media Research Center leitet.

ABOUT SEVENSTARGALLERY
Die SevenStarGallery ist ein außergewöhnlicher Ausstellungsort in Berlin-Mitte. Gegründet vom Mimen, Fotografen, Künstler, Galeristen und Geschichtenerzähler Thorsten Heinze, liegt sie im geschichtsreichen ehemaligen Scheunenviertel – dem Kiez der einst ärmsten, überwiegend jüdischen Bewohner Berlins vor dem Zweiten Weltkrieg.

Die Galerie erstreckt sich über zwei Ebenen und ca. 130 m², verteilt auf acht individuell gestaltete Galerieräume. Die Räume im historischen Kellergewölbe sind durch großzügige Durchbrüche miteinander verbunden – viel Platz, kombiniert mit einer privaten, gemütlichen Atmosphäre. Das Erdgeschoss beherbergt den größten Galerieraum, dessen großzügige Länge ihn ideal für Präsentationen, Ansprachen und exklusive Veranstaltungen macht.

Die Galerie kann flexibel für Ausstellungen sowie Veranstaltungen im Bereich Kunst und Kultur genutzt werden.
Kontakt für Anfragen: hello@sevenstargallery.com